Grigorij Jefimowitsch Rasputin

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    russischer Geistlicher und Wunderheiler; * um 1864 in Pokrowskoje , † 30. Dezember 1916 in Petrograd

    eigentlich: Grigorij Nowych;

    Grigorij Rasputin
    Grigorij Rasputin als heimlicher Herrscher; Karikatur

    ursprünglich Bauer, aufgrund geringer Schulausbildung Analphabet; in der Jugend ausschweifendes Leben (Rasputin bedeutet "der Liederliche, Verdorbene"), mit 18 Jahren religiöse Bekehrung; mehrmalige Reisen nach Griechenland und Jerusalem; 1903 Umzug nach St. Petersburg.

    Ab 1907, nach der angeblichen Wunderheilung der Bluterkrankheit des Thronfolgers Alexej Nikolajewitsch durch hypnotische Kräfte, erwarb der ungebildete Bauer Rasputin zunehmenden Einfluss auf Zar Nikolaus II. und Zarin Alexandra Fjodorowna und erhielt damit auch Mitsprachemöglichkeit bei allen wichtigen politischen Entscheidungen. Der Kontakt des Herrscherpaars zu dem Wunderheiler wurde vom russischen Adel, der Regierung, aber auch vom Volk abgelehnt, da Rasputins Ruf skandalös war und seine Macht immer weiter wuchs. Aufgrund der sexuellen Ausschweifungen des "Mönchs" entließ ihn der Zar vom Hof, Zarin Alexandra konnte aber seine Wiederberufung durchsetzen.

    Nach Kriegsausbruch wurde er zum engen - auch militärischen - Berater der Zarin, die wiederum großen Einfluss auf ihren Mann ausübte. Die strategischen Ratschläge Rasputins zeitigten nie Erfolg; andererseits profitierte Nikolaus von dessen Anwesenheit, da Planungs- und Organisationsfehler in der Planung lediglich dem Mönch, nicht aber dem Zaren zugeschrieben wurden. Dies änderte sich 1915 mit der Entscheidung Nikolaus', seine Armee selbst im Feld anzuführen. Die militärischen Niederlagen häuften sich und in St. Petersburg wuchs der Unwille über die politischen Aktivitäten der Zarin und Rasputins, sodass die Ermordung des Geistlichen geplant wurde. Der Adlige Felix Jusupow versuchte, Rasputin zu vergiften. Als dies zu misslingen schien, erschoss er den Mönch und versenkte ihn in der Newa.


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