Gustav Noske

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Politiker; * 9. Juli 1868 in Brandenburg , † 30. November 1946 in Hannover

    Gustav Noske

    Als Sohn eines Webers arbeitete Noske zunächst als Korbmacher und war ab 1893 Redakteur bei sozialdemokratischen Zeitungen in Brandenburg, Königsberg und Chemnitz. Von 1906 bis 1918 war er Mitglied des Reichstags für die SPD. Im Ersten Weltkrieg - ein Befürworter der Kriegskredite - hatte er einen Posten als Kriegsberichterstatter inne. Im November 1918 wurde er Gouverneur von Kiel und bekämpfte den revolutionären Aufstand der Marine. Ab Dezember 1918 gehörte Noske dem "Rat der Volksbeauftragten" an. Als Oberbefehlshaber der regierungstreuen Truppen schlug er im Januar 1919 den Berliner Spartakusaufstand blutig nieder, was ihm harte Kritik aus der Arbeiterschaft einbrachte. Im Februar 1919 wurde Noske Reichswehrminister, musste aber nach dem Kapp-Putsch von seinem Amt zurücktreten. Von 1920 bis 1933 war er Oberpräsident von Hannover, bis ihn die Nationalsozialisten absetzten. Im Dritten Reich hatte Noske Kontakt zu Widerstandsgruppen. 1939 wurde er erstmalig verhaftet, nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 erneut. Er wurde wegen Hochverrats angeklagt, doch kam es bis Kriegsende nicht zu einem Prozess.

    Seine Autobiographie "Erlebtes aus Aufstieg und Niedergang der Demokratie" erschien 1947, ein Jahr nach seinem Tod.


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