Handfeuerwaffen

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde die militärische Verwendbarkeit automatischer Handfeuerwaffen hauptsächlich wegen ihres komplizierten Aufbaus, des hohen Gewichts und des enormen Munitionsverbrauchs teilweise unterschätzt. Während des Kriegs gewann vor allem das MG außerordentlich an Bedeutung. Die Anzahl dieser Waffen in den kämpfenden Heeren vervielfachte sich. Neben den schweren MGs entstanden leichte, von einem Mann zu tragende Typen sowie spezielle Konstruktionen zum Einbau in Flugzeuge und Tanks. Bei der Infanterie wurde das MG, ohne die Mehrladegewehre aus der Strukturbewaffnung verdrängen zu können, immer mehr zum eigentlichen Rückhalt des Feuerkampfs. Dagegen erlangten die vorwiegend als Gasdrucklader konstruierten Selbstladegewehre wegen ihrer anfänglichen Störanfälligkeit zunächst keine größere Verbreitung. In Deutschland fanden Selbstladegewehre während des Ersten Weltkriegs zeitweilig als Flugzeugbewaffnung Verwendung. Gegen Ende des Kriegs erschienen die ersten brauchbaren MPis als leichte automatische Einmann-Handfeuerwaffen für den Grabenkampf. Von den bis 1918 vorgelegten Konstruktionen wurden die meisten während des Kriegs jedoch nicht mehr eingesetzt. Lediglich in der italienischen und in der deutschen Armee, die über keine wirklich leichten MGs verfügten, kamen ab 1916 bzw. 1918 MPis als infanteristische Waffen in geringeren Stückzahlen zum Einsatz. Der Einsatz moderner Schnellfeuerwaffen brachte eine noch weitergehende Auflösung der Gefechtsordnung der Infanterie mit sich und erhöhte maßgeblich die Rolle des vielseitig ausgebildeten Einzelkämpfers.


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