Hans Hartwig von Beseler

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    preußischer General; * 27. April 1850 Greifswald , † 20. Dezember 1921 Neubabelsberg bei Potsdam

    Hartwig von Beseler
    General von Beseler mit seinen Offizieren

    1868 Eintritt in die preußische Armee; 1870/71 Teilnahme am deutsch-französischen Krieg, anschließend Tätigkeit im Kriegsministerium; 1899 stellvertretender Generalstabschef, als Nachfolger von Schlieffen gehandelt, dann jedoch von Moltke überrundet; 1907 Beförderung zum Generalleutnant; 1910 Abschied aus der Armee im Rang eines Generalinspektors der Infanterie.

    Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Beseler reaktiviert und als Kommandeur des 3. Reservekorps, das zur 1. Armee unter dem Befehl Alexander von Klucks gehörte, bei der Eroberung Belgiens eingesetzt. Er war entscheidend an der Belagerung Antwerpens sowie einen Monat später an den erbitterten Kämpfen am Fluss Yser beteiligt. Anschließend an die Ostfront zur Görlitz-Tarnow-Offensive im Frühling 1915 beordert, wurde dem Militär nach der Besetzung Polens durch die Mittelmächte der Gouverneursposten für Polen übertragen; er verblieb in dieser Position bis Kriegsende. Seine Politik war durch eine milde Haltung gegenüber den Polen gekennzeichnet, die immer wieder zu Spannungen mit der Regierung des Deutschen Reichs führte. Beselers Versuche der Bündnisbildung mit den polnischen Nationalisten scheiterte mit der Inhaftierung des polnischen Oberkommandieren Pilsudski, der eine Kooperation mit den Deutschen verweigerte. Einen Tag nach dem offiziellen Waffenstillstand verließ der zwischenzeitlich zum General ernannte Beseler seinen Posten und kehrte in den Ruhestand nach Deutschland zurück.


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