Hans von Seeckt

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Militär; * 22. April 1866 in Schleswig , † 27. Dezember 1936 in Berlin

    General Hans von Seeckt

    1885 Eintritt in die Armee; 1899 Abschluss der Kriegsakademie, Tätigkeit im Kaiserlichen Generalstab; ab 1913 Chef des Generalstabs des II. Armeekorps in Berlin. Während des Ersten Weltkriegs war Seeckt Generalstabschef der 11. Armee an der Ostfront und auf dem Balkan und befehligte 1917/18 das türkische Feldheer. 1918 übernahm Seeckt die Generalstabsleitung des Feldheers in der Türkei und war 1919 zuständig für die strategische Planung der Kämpfe gegen die Rote Armee im Baltikum. Nach Kriegsende reiste er als Leiter der militärischen Abteilung der deutschen Abordnung zu den Friedensverhandlungen nach Versailles.

    Im Juli 1919 zum Chef der Generalstabs der deutschen Armee ernannt, leitete Seeckt ab Oktober das neu errichtete Truppenamt im Reichswehrministerium. 1920 Verweigerung eines Schießbefehls beim Kapp-Putsch; Beförderung zum Chef der Heeresleitung und in dieser Funktion Reduzierung der Personalstärke der Reichswehr auf 100 000 Mann; 1923 Erklärung des Ausnahmezustands durch Reichspräsident Ebert und damit Übertragung der Exekutivmacht auf Seeckt; Erlass des NSDAP- und KPD-Verbots durch Seeckt; 1926 Beförderung zum Generaloberst, Verabschiedung aus dem Militärdienst nach wachsenden Differenzen mit Reichswehrminister Otto Geßler; 1930 Abgeordneter der Deutschen Volkspartei; 1933-35 Militärberater von Marschall Tschiang Kai-schek in China.


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