Heinrich Prinz von Preußen

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Großadmiral; * 14. August 1862 Potsdam , † 20. April 1929 Hemmelmark, Schleswig-Holstein

    Heinrich Prinz von Preußen an Deck eines von großer Fahrt heimgekehrten deutschen Unterseeboots

    zweiter Sohn Kaiser Friedrichs III., Bruder von Wilhelm II.; 1877 Eintritt in die Marine; 1895 Ernennung zum Konteradmiral, in den folgenden Jahren Befehl über verschiedene Kriegsschiffe der Kaiserlichen Marine, darunter die S.M.S. Hohenzollern, die S.M.S. Beowulf und die S.M.S. Sachsen; 1897 Beförderung zum Inspekteur der ersten Marineinspektion, danach Kommando über ein Kreuzergeschwader vor Ostasien; 1898 Besuch Chinas (als erster europäischer Prinz) als Vertretung Wilhelms II.; 1899 Beförderung zum Vizeadmiral; 1901 Ernennung zum Admiral; ab 1903 Leiter der Marinestation der Ostsee, Kommando über das 1. Geschwader der Flotte; 1906-09 Befehlshaber der Schlachtflotte, Absetzung nach Differenzen mit Tirpitz und Berufung als Generalinspekteur der Marine.

    Bei Kriegsbeginn übernahm Prinz Heinrich von Preußen den neu geschaffenen Posten des Oberbefehlshabers der Ostseestreitkräfte; diese wurden in einem vom Hauptgeschehen abgesonderten kleinen, aber verlustreichen Krieg gegen die russische Flotte eingesetzt. Lange bevor sich diese Idee in der Regierung des Deutschen Reichs und im Generalstab durchzusetzen begann, forderte der Admiral einen uneingeschränkten U-Boot-Krieg, konnte jedoch aufgrund seiner Position keine politischen Ergebnisse erwirken. Nach der russischen Oktoberrevolution, die zum Ausscheiden der russischen Flotte aus dem Krieg führte, wurde Prinz Heinrich von Preußen aus der Armee verabschiedet.


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