Henri Philippe Pétain

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    französischer Marschall und Politiker; * 24. April 1856 in Cauchy-à-la-Tour , † 23. Juli 1951 in Port Joinville


    Marschall ab November 1918;

    Philippe Pétain

    im Ersten Weltkrieg zunächst als General Führer eines Korps, ab 1915 der 2. Armee, im Februar 1916 Oberbefehlshaber der Verteidiger Verduns, am 15.5.17 Oberbefehlshaber des französischen Heers, 1922-31 Generalinspekteur der Armee, 1929 Mitglied der Académie Française, 1931 Inspekteur der Luftverteidigung, 1934 kurze Zeit Kriegsminister.

    Pétain, dessen Nimbus als "Sieger von Verdun" ungebrochen blieb, wurde nach dem Fall von Paris am 16.6.40 Regierungschef. Er schloss am 22./24.6. Waffenstillstand mit Deutschland und Italien und wurde am 10.7. von der französischen Nationalversammlung in Vichy mit 569 zu 80 Stimmen zum Chef des "État Français" berufen und mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet. Von den Deutschen am 20.8.44 nach Belfort und am 8.9. nach Sigmaringen verbracht, stellte sich Pétain am 24.4.45 den französischen Behörden, obwohl de Gaulle sein Exil in der Schweiz vorgezogen hätte. So kam es vom 23.7.-15.8.45 zum Prozess, der bei 14 zu 13 Richterstimmen mit dem Todesurteil für Pétain endete. Wegen des hohen Alters begnadigt, verbrachte er seine letzten Jahre in Festungshaft auf der Insel Yeu.


    Bildergalerie: Flugzeuge und Luftschiffe

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe