Hermann von Kövess von Kövessháza

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    österreichisch-ungarischer General; * 30. März 1854 Temesvár , † 22. September 1924 Wien

    General Hermann von Kövess von Kövessháza
    General von Kövess und Oberst von Waldstätten

    1876-78 Besuch der Kriegsschule; 1882 Teilnahme an der Offensive in Dalmatien und Auszeichnung; 1896 Beförderung zum Oberst; 1898 Übernahme des Kommandos über das Infanterieregiment Nr. 23; 1902 Ernennung zum Generalmajor; 1902-06 Kommando über die 15. Infanteriebrigade; 1906-10 Kommandeur der 8. Infanteriedivision in Innsbruck; 1911 Kommando über das 12. Korps (Hermannstadt), Kommandierender General in Siebenbürgen, Ernennung zum k. u. k.-Geheimen Rat und General der Infanterie.

    1912 in einen Religionsskandal in Hermannstadt verwickelt, geriet Kövess in die Kritik, wurde jedoch auf seinem Posten belassen. Dennoch hatte er zu Kriegsbeginn lediglich das Kommando über das 12. Korps inne und nicht, wie seine jüngeren Kollegen, über ganze Armeen. Nach dem Einsatz gegen Russland in Galizien wurde das Korps 1915 zu einer nach ihm benannten Armeegruppe vergrößert und stürmte im August desselben Jahres die Festung Iwangorod. Im September wurde Kövess das Kommando über die neue 3. Armee gegen Serbien übertragen, mit der es ihm gelang, Belgrad einzunehmen und anschließend gemeinsam mit der deutschen Heeresgruppe Mackensens und den bulgarischen Truppen ganz Serbien zu besetzen (Orden Pour le Mérite).

    Nach Sarajevo versetzt, führte Kövess eine erfolgreiche Offensive gegen die Lovcen-Höhen in Montenegro, der die Einnahme Montenegros und eine Invasion Albaniens folgten. 1916 Beförderung zum Generaloberst. Im März wurde Kövess' Armee nach Cattaro verlegt, wo sie eine zunächst erfolgreiche Offensive startete. Die ungünstige Lage an der russischen Front erzwang jedoch eine Beendigung des Angriffs und eine erneute Verlegung von Kövess’ Armee. Im Oktober 1916 wurde Kövess zur 7. Armee versetzt. Im Sommer 1917 gelang ihm die Rücknahme von Czernowitz und eines Großteils der Bukowina, wofür er von Kaiser Karl persönlich zum Feldmarschall befördert und später geadelt wurde. Im Januar 1918 übernahm er das Kommando über die Heeresfront Kövess im Siebenbürgischen Klausenburg, die jedoch im April 1918 wieder aufgelöst wurde. Nach seiner Beurlaubung im März im September 1918 als Kommandeur einer Heeresgruppe im westliche Balkan reaktiviert. Vor seiner Abdankung ernannte Kaiser Karl Kövess zum Oberbefehlshaber des österreichisch-ungarischen Heers.


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