Infanterie

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Im Verlauf des Ersten Weltkriegs blieb die Infanterie Hauptwaffengattung; sie bestimmte den Ausgang der Gefechte und Operationen. Die rasche Entwicklung der Militärtechnik und das Entstehen des Stellungskriegs bewirkten tiefgreifende Veränderungen in Bewaffnung, Ausrüstung, Organisation und Kampfweise der Infanterie.

    Durch ihre Ausstattung mit verbesserten oder neuen Kampfmitteln stieg die Feuerkraft um das Mehrfache. Das Maschinengewehr wurde zur Hauptfeuerwaffe der Infanterie. Als Strukturwaffen des Regiments und später des Bataillons kamen mittlere und leichte Minenwerfer und gegen Kriegsende Infanteriebegleitgeschütze hinzu. Zunehmende Verwendung fanden im Grabenkampf Handgranaten und Granatwerfer, für den Nahkampf der geschliffene Spaten und für die Abwehr von Panzerangriffen behelfsmäßige Panzerabwehrmittel. Zu der etwa 28 kg schweren Ausrüstung des Infanteristen (einschließlich Zeltbahn, Mantel und Kurzspaten) kamen ab 1916 der Stahlhelm und mit Beginn des Gaskriegs die Gasmaske.

    Die anfänglichen Massenangriffe der Infanterie in dichten Schützenlinien führten im Feuer der Schnellfeuerwaffen zu außerordentlich hohen Verlusten. Das zwang zur schrittweisen Auflockerung der Gefechtsordnung im Angriff. Die Bedingungen des Stellungskriegs, verbunden mit massenhaftem Einsatz von Artillerie, und die Verwendung von chemischen Kampfstoffen und Panzern stellten der Infanterie im Angriffs- und Verteidigungsgefecht neue Aufgaben. In dem Maße, wie andere Waffengattungen und Spezialtruppen an Bedeutung gewannen oder neu aufkamen, verringerte sich der Anteil der Infanterie an den Landstreitkräften von ca. 60 % (nach der Mobilmachung) auf ca. 40 %. Aufgrund der hohen Verluste und des Mangels an Ersatz sanken die Stärken der Infanteriedivision stark ab; die Anzahl der Infanteriebataillone in den Infanteriedivisionen wurde von zwölf auf neun verringert.

    Sonderformationen der Infanterie mit besonderer Ausrüstung und Ausbildung waren Jägerbataillone, Radfahrbataillone, Gebirgs- und Schneeschuhformationen (Gebirgstruppen) sowie Sturmbataillone, die für besondere Aufgaben des Sturmangriffs zusammengesetzt und ausgebildet waren.


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    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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