István Stephan Graf Burián von Rajecz

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    österreichisch-ungarischer Politiker und Außenminister; * 16. Januar 1851 Stampfen bei Pressburg (heute: Slowakische Republik) , † 20. Oktober 1922 Wien

    István Stephan Graf Burián von Rajecz

    1903 k. u. k.-Finanzminister und Gouverneur Bosniens; 1912 Rücktritt von diesem Posten. Nach dem erzwungenen Rücktritt des Außenministers Berchtold im Januar 1915 wurde Burián von Rajecz von dem mit ihm befreundeten ungarischen Premierminister als Nachfolger vorgeschlagen und von Kaiser Franz Joseph - wenn auch unter Vorbehalten - akzeptiert. Seine Politik stellte sich von Anfang an gegen die Pläne Deutschlands, Italien im Gegenzug für eine Zusicherung seiner Neutralität einige österreichisch-ungarische Gebiete zu überschreiben. Burián von Rajecz' starre Haltung in dieser Frage führte beinahe zu einem Bruch zwischen den Mittelmächten, ebenso wie sein Beharren auf einer österreichisch-ungarischen Führungsrolle auf dem Balkan. Der Ungar forderte zudem die deutsche Anerkennung österreichisch-ungarischer Interessen in Polen ein. Daneben forcierte Burián von Rajecz aber auch Bulgariens Kriegseintritt auf Seiten der Mittelmächte und verbesserte die Beziehungen der k. u. k.-Monarchie zum Osmanischen Reich. Dennoch erzwang das Deutsche Reich im Dezember 1916 den Rücktritt des Außenministers wegen seiner Unterstützung eines Verhandlungsfriedens mit der Entente. Burián von Rajecz kehrte in das Finanzministerium zurück. Er wurde im April 1918 erneut berufen, um doch noch einen Verhandlungsfrieden zu erzielen, unterzeichnete jedoch aufgrund seiner Erkenntnis, dass die Alliierten nur eine Kapitulation akzeptieren würden, bereits im Oktober seinen Rücktritt.


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