Jagdflugzeug

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Die ersten Jagdflugzeuge wurden während des Ersten Weltkriegs Ende 1914/Anfang 1915 von französischer Seite eingesetzt, um die deutsche Luftaufklärung zu unterbinden. Im Sommer 1915 konstruierte Anthony Fokker (1890-1939) im Auftrag der deutschen OHL den Jagdeindecker Fokker E I, der mit einem starr eingebauten, motorsynchronisierten und in Flugrichtung durch den Propellerkreis feuernden MG ausgestattet war. Mit diesem Flugzeug gelang es den deutschen Fliegerkräften vorübergehend, die Luftüberlegenheit zu erkämpfen.

    Das Jagdflugzeug stellte während des Ersten Weltkriegs ein besonderes dynamisches Element der Flugtechnik und Fliegertaktik dar, das sich zahlenmäßig bei Kriegsende auf 40-50 % der gesamten Luftstreitkräfte belief (in Deutschland 1918 etwa 37 %). Organisatorisch wurden die Jagdflugzeuge ab 1916 in Staffeln zu etwa zwölf Flugzeugen zusammengefasst. Im Juli 1917 erfolgte in Deutschland die Aufstellung des ersten, aus 40-50 Flugzeugen bestehenden Jagdgeschwaders unter dem Kommando von Rittmeister Manfred von Richthofen (1892-1918). Daneben gab es bis 1918 weitere zwei Jagdgeschwader und 70 Jagdstaffeln mit einem Soll-Bestand von insgesamt 1134 Flugzeugen.

    Charakteristisch für die Jagdflugzeuge waren verspannte, später verspannungslose Drei- bzw. Doppeldecker, gegen Kriegsende freitragende Eindecker. Als leistungsfähigste Typen galten auf deutscher Seite der "Albatros" D III mit einer Motorleistung von 160 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h und einer Gipfelhöhe von 5000 m sowie der "Fokker" D VII mit 185 PS, 200 km/h und 6000 m Gipfelhöhe.


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