Kampf um die Dardanellen

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    (1915)

    Die Meerenge zwischen dem Ägäischen Meer und dem Marmerameer war die wichtigste Seeverbindung zwischen den Westmächten und ihrem russischen Verbündeten. Unter dem Oberbefehl des englischen Admirals Carden begann 1915 der Angriff mit dem Ziel, Konstantinopel zu erobern und den damit insbesondere von Churchill erhofften Zusammenbruch der Türkei herbeizuführen. Zur Durchführung wurden 13 englische Linienschiffe, ein englischer Schlachtkreuzer, vier französische Linienschiffe und eine große Zahl von Kreuzern, Zerstörern, Minensuchern und Seeflugzeugen zur Verfügung gestellt.

    Am 9. und 25.2.1915 wurden die die Außenwerke der Dardanellen niedergekämpft und die Forts Sedul Bahr, Ertogrul, Kum Kale und Orhanie aufgegeben. Bis zum 18.3.1915 fanden erfolglose Beschießungen und Landungsversuche statt. Der Hauptangriff am 18.3. richtete sich mit allen verfügbaren Kriegsschiffen gegen die Innenforts und endete mit einem Debakel für die Angreifer. Zwar hatten die Schlachtschiffe einige Erfolge, doch war der Verband in ein bis dahin unentdecktes Minenfeld gelaufen. Die Küstenartillerie und Minen hatten drei Schlachtschiffe versenkt, drei waren nicht mehr einsatzfähig, vier weitere waren erheblich beschädigt worden. Nach dieser Niederlage hatten die Ententeflotten keinen weiteren Angriff mehr gemacht. Statt dessen begann Ende April 1915 der Landangriff, wobei die Verbündeten im Süden und im Norden der Westküste von Gallipoli Anfangserfolge erzielten, jedoch nicht in der Lage waren, landeinwärts vorzudringen. Im Dezember 1915 wurde das Unternehmen aufgegeben und die Truppen zurückgezogen. Bis zum Ende des Kriegs konnte die Türkei den Besitz der Dardanellen behaupten.


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