Kapp-Putsch

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    nach dem Initiator, dem ostpreußischen Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp (1858-1922), benannter rechtsradikaler Umsturzversuch im März 20. Ausgelöst wurde der Kapp-Putsch als Reaktion auf die Reduzierung der Reichswehr gemäß Versailler Vertrag und dem entsprechenden Auflösungsbeschluss für die Freikorps-"Brigaden" Löwenfeld und Ehrhardt durch Reichswehrminister Noske am 11. 3. 20. Der Chef des Reichswehrgruppenkommandos I Berlin, General Lüttwitz, und Kapp ließen daher am 13. 3. Berlin von der Brigade Ehrhardt besetzen. Die Reichsregierung wich nach Dresden und Stuttgart aus und rief, unterstützt von Gewerkschaften, SPD und DDP, zum Generalstreik auf. Die vom selbst ernannten Reichskanzler Kapp gebildete provisorische Regierung (Reichswehrminister Lüttwitz) musste unter diesem Druck am 17. 3. aufgeben, da die Reichswehr beim Kapp-Putsch nicht mitzog und die Beamtenschaft sich verweigerte. Nun distanzierten sich auch die Rechtsparteien und die Industrie, so dass Kapp am 18. 3. nach Schweden floh. Später stellte er sich dem Reichsgericht und starb in Untersuchungshaft. Der Kapp-Putsch bewies die ungebrochene Stärke der politischen Rechten und die Schlüsselrolle der Reichswehr für das Überleben der Republik.


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