Karl Graf von Stürgkh

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    österreichischer Politiker und Ministerpräsident; * 30. Oktober 1859 Graz , † 21. Oktober 1916 Wien

    Karl Graf von Stürgkh

    1908-11 Unterrichtsminister, jedoch ohne klare politische Linie; dennoch 1911 Ernennung zum Ministerpräsidenten der k. u. k.-Monarchie. Auch in dieser Position konnte er wenig politischen Erfolg erzielen und erhielt im zersplitterten Parlament keine Mehrheiten. Stürgkh reagierte mit einer Vertagung des Reichsrats, die es ihm erlaubte, auf der Basis von Notverordnungen zu regieren. Nach dem Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo setzte er sich bedingungslos für eine Kriegserklärung ein.

    Nach Kriegsbeginn konnte er die Rechte des Parlaments mit Unterstützung von Kaiser Franz Joseph weiter beschneiden; er setzte eine scharfe Pressezensur und die Aufhebung der Staatsbürgerrechte durch sowie die Unterordnung der Administrative unter das Militär. Bald kam es jedoch zu Differenzen Stürgkhs mit der Heeresleitung, da diese die durchgeführten Reformen zur Modernisierung der k. u. k.-Armee als unzureichend einschätzten; auch aus Berlin kam Kritik an der unzulänglichen Ausstattung des österreichischen Heers. Zunehmende Unruhen unter den Minderheiten, die blutig niedergeschlagen wurden und eine sich verschlechternde Versorgungslage der Bevölkerung führten zur allgemeinen Überzeugung der Unhaltbarkeit Stürgkhs. Lediglich der Kaiser unterstützte weiterhin den Ministerpräsidenten. Stürgkh wurde am 21.10.1916 durch den Politiker und Journalisten Friedrich Adler erschossen.


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