Karl I. Franz Joseph

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Kaiser von Österreich und König von Ungarn; * 17. August 1887 in Persenbeug , † 1. April 1922 in Funchal auf Madeira

    Karl I. Franz Joseph, Kaiser von Österreich

    Sohn des Erzherzogs Otto und der sächsischen Prinzessin Maria Josepha, Großneffe des Kaisers Franz Joseph, wurde er durch den Tod seines Onkels Franz Ferdinand 1914 Thronfolger und nach Franz Josephs Tod am 21.11.1916 Kaiser und König. Er hatte eine rein militärische Ausbildung erhalten und auch den Weltkrieg als Befehlshaber einer Heeresfront im Osten mitgemacht. Ohne innere Bindung an das Bündnis mit dem deutschen Reich, suchte Karl I. Franz Joseph unter dem Einfluss seiner Frankreich-freundlichen Gattin Zita von Parma-Bourbon vergeblich, den Weltkrieg durch geheime Verhandlungen mit den Gegnern zu beenden. Es kam darüber zur Demission seines Außenministers Zernin. Auch sein Bestreben, die slawischen und romanischen Völker der Monarchie durch Amnestie, Verfassungsreform u. a. mit dem Gesamtstaat auszusöhnen scheiterte.

    Vollends kam sein Manifest vom 17.10.1918, Österreich zu einem nach nationalen Gesichtspunkten aufgebauten Bundesstaat umzugestalten, zu spät. Der Versuch seines Außenministers Andrássy, das Reich durch ein Sonderfriedensangebot an Wilson zu retten (28.10.), führte zum endgültigen Zerfall. Am 11.11.1918 verzichtete Karl I. Franz Joseph für Österreich, am 13.11. für Ungarn auf die Krone. Zwei Versuche von der Schweiz aus, durch einen Putsch die Herrschaft in Ungarn wieder zu gewinnen (April und Oktober 1921), scheiterten. Karl I. Franz Joseph wurde daraufhin von der Entente nach Madeira verbannt.


    Bildergalerie: Schlacht um Verdun

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe