Kavallerie

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Obgleich die militärische Bedeutung der Kavallerie mit Einführung neuer und verbesserter Waffen zurückging, erhöhte sich im Zuge der Heeresrüstungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zahl der Kavallerieregimenter in den meisten Armeen beträchtlich. 1914 verfügte das deutsche Heer über 110 Kavallerieregimenter, zu denen nach der Mobilmachung noch 36 Reserve- und Landwehr-Kavallerieregimenter kamen. Elf Kavalleriedivisionen zu je sechs Regimentern bildete die Heereskavallerie, wobei je zwei bis drei Divisionen in insgesamt vier Kavalleriekorps zusammengefasst werden sollten, denen die Aufgabe zugewiesen war, den gegnerischen Aufmarsch aufzuklären und den eigenen zu verschleiern. Die übrigen Kavallerieregimenter gehörten als Divisionskavallerie zu den Infanteriedivisionen.

    Zu Beginn des Ersten Weltkriegs betrug der zahlenmäßige Anteil der Kavallerie an der Stärke der Armeen der Krieg führenden Mächte acht bis zehn Prozent. Sie war die einzige rasch bewegliche Waffengattung der Landstreitkräfte, jedoch auf die sich verändernden Bedingungen des Gefechts nicht ausreichend vorbereitet. So verlor sie im Stellungskrieg weiter an Bedeutung und hörte auf, eine der Hauptwaffengattungen zu sein. Im deutschen Heer musste der größte Teil der Kavallerie nach und nach seine Pferde abgeben und wurde als unberittene Kavallerie bzw. als Kavallerie-Schützen-Regimenter wie die Infanterie eingesetzt. Am Ende des Ersten Weltkriegs gab es nur noch 22 berittene aktive Kavallerieregimenter und etwa 260 Eskadrons als Divisionskavallerie. 1916 war wie bei der Infanterie der Stahlhelm eingeführt worden, die traditionellen Waffenröcke waren der Feldbluse gewichen.


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    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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