Kolonialtruppen

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Im Ersten Weltkrieg standen die deutschen Kolonialtruppen in Afrika, abgeschnitten von der Versorgung aus Deutschland, gegen die viel stärkeren Ententestreitkräfte auf verlorenem Posten.

    Die Kolonie Togo ging bereits Ende August 1914 verloren.

    In Südwestafrika zählten die Kolonialtruppen nach der Mobilmachung ungefähr 6000 Mann, davon etwa die Hälfte Kampftruppen. Sie verfügten über 12 500 Gewehre, 24 MG, 66 Geschütze und eine größere Menge Munition. Im April 1915 vereinigte sich die aufständische Bevölkerung mit den Ententetruppen. Am 9.7.1915 mussten die Reste der deutschen Kolonialtruppen kapitulieren.

    In Kamerun umfassten die Kolonialtruppen 1460 deutsche Offiziere und Unteroffiziere sowie 6550 afrikanische Söldner mit insgesamt 6800 Gewehren und Büchsen, 60 MG und 14 Geschützen. Die aufständische Duala-Bevölkerung unterstützte die Ententetruppen, vor denen die Reste der deutschen Kolonialtruppen am 18.2.1916 kapitulierten.

    Langwieriger war der Kampf um Ostafrika. Die starken deutschen Kolonialtruppen konnten sich auf reiche innere Hilfsquellen stützen und mit der Eisenbahn Truppenverschiebungen vornehmen. 1915/16 brachten zwei Schiffe Waffen, Munition sowie Ausrüstungen. Die Kolonialtruppen unter dem Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck (1870-1964) erreichten 1916 ihre größte Stärke (3000 deutsche Offiziere, Unteroffiziere und Militärbeamte sowie 12 000 Askaris). Sie verfügten über 96 MG und 49 Geschütze.

    Während des Ersten Weltkriegs wurden von den Kolonialtruppen etwa 200 000 bis 300 000 Afrikaner zu Träger- und anderen Hilfsdiensten herangezogen. Die deutschen Kolonialtruppen führten seit 1915 einen Kleinkrieg und entzogen sich allen Versuchen des Gegners, sie zur Schlacht zu stellen. Hartnäckig setzten die Kolonialtruppen den Krieg bis zum Ende des Ersten Weltkriegs fort.


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