Konrad Krafft von Dellmensingen

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    bayerischer General; * 24. November 1862 Laufen , † 22. Februar 1953 Seeshaupt

    General Krafft von Delmenfingen, der Sieger am Roten-Turm-Pass

    Der Generalleutnant erhielt den Auftrag, mit dem Alpenkorps (Gebirgstruppen) in Tirol die im Mai 1915 gestartete italienische Invasion abzuwehren. Da die Italiener nur langsam vorrückten, hatte das Alpenkorps Zeit genug in die felsigen Dolomiten vorzudringen und so den italienischen Truppen ein unverrückbares Hindernis entgegenzusetzen. Im Anschluss an diese erfolgreiche Aktion wurde Krafft im Herbst 1915 nach Serbien und im folgenden Sommer an die Westfront versetzt. Er spielte eine entscheidende Rolle beim Sieg über Rumänien im Herbst 1916 und wurde dafür mit dem Orden Pour le Mérite belohnt.

    Mitte des folgenden Jahres zum Stabschef der Armeegruppe Albrecht an der Westfront ernannt, wurde er schon wenig später zum Stabschef der 14. Armee befördert. Mit ihr sollte er eine begrenzte Offensive durchführen, um den drohenden Verlust der österreichischen Zugewinne zu verhindern. Die relativ kleine Operation bei Caporetto hatte so durchschlagenden Erfolg, dass die gesamte italienische Front kollabierte und ein allgemeiner Rückzug begann. Dieser Erfolg bestätigte endgültig Kraffts Ruf als strategisches Genie.

    Krafft blieb als Stabschef bei Otto von Below, als dieser für die Durchführung der Ludendorff-Offensive zur 17. Armee an die Westfront versetzt wurde. Nach Beendigung der deutschen Offensiven übernahm der bayerische General bis Kriegsende das Kommando über ein Korps an der Westfront.


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