Kriegserklärungen

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Durch die einseitige, formlose Kriegserklärung, die den Botschaftern oder anderen Vermittlern des gegnerischen Staats - unter Umständen nach Ablauf eines nicht oder negativ beantworteten Ultimatums - überreicht wird, erwirbt ein Staat das international anerkannte Recht, gegen den Feind militärisch vorzugehen.

    Zu Beginn des Weltkriegs erfolgte die erste Kriegserklärung nach einem - aus österreichischer Sicht nicht zufriedenstellend beantworteten - Ultimatum durch die österreichisch-ungarische Monarchie an den serbischen Staat am 28.7.1914. Es folgten die Erklärungen des Deutschen Reichs an Russland (1.8.), Luxemburg (2.8.), Frankreich (3.8.) und Belgien (4.8.). Frankreich erklärte Österreich-Ungarn am 13.8. den Krieg; England trat am 4.8. (gegen das Deutsche Reich; 12.8. gegen die k. u. k.-Monarchie) in den Krieg ein. Das Osmanische Reich nahm ab dem 29.10.1914 aufgrund seiner Kriegserklärung an Russland und Frankreich am Ersten Weltkrieg teil.

    Weitere Kriegserklärungen gegen das Deutsche Reich: Serbien 6.8.1914, Montenegro 7.8.1914, Japan 23.8.1914, Italien 28.8.1914, Griechenland 25.11.1916 und USA 6.4.1917.

    Folgenlos blieben einige andere Kriegserklärungen, da ihnen keine Truppenentsendungen folgten (China, einige südamerikanische Staaten); sie ließen den Konflikt jedoch zu einem wahren Weltkrieg mit 38 offiziellen Teilnehmern anwachsen.


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    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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