Kurt Riezler

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Diplomat; * 11. Februar 1882 München , † 6. September 1955 ebd.


    Philosophie- und Humanistikstudium, 1905 Promotion; 1906 Presserefent im Auswärtigen Amt; Veröffentlichung von "Grundzüge der Weltpolitik der Gegenwart" unter dem Pseudonym Ruedörffer, in dem er die Forderung nach einer Weltmachtpolitik des Deutschen Reichs vertrat. Kurz vor Kriegsbeginn fungierte Riezler als persönlicher Berater des Reichskanzlers Bethmann Hollweg. Riezlers Tagebücher aus dieser Zeit stellen - obwohl die unveränderten Originalfassungen nicht mehr existieren - eine der wichtigsten Quellen zur Vorkriegsentwicklung der deutschen Politik dar. Der Diplomat wirkte auch an der Entstehung des Septemberprogramms von 1914 mit, in dem die weitreichenden expansionistischen Kriegsziele Deutschlands formuliert wurden.

    In den Jahren 1915-17 war Riezler als Legationsrat in der Reichskanzlei angestellt, danach folgte eine Phase rascher Wechsel: Nach einer kurzen Zeit als Botschaftsrat in Moskau wurde Riezler von Außenstaatssekretär Wilhelm Heinrich Solf zu seinem Kabinettschef ernannt; anschließend (1919) vertrat er das Deutsche Reich bei der Bayerischen Regierung und leitete 1919/20 das Büro des Reichspräsidenten Ebert. Unter den Nationalsozialisten Emigration in die USA, Professur in New York; ab 1952 wohnhaft in Rom und München.


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