Landstreitkräfte

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Während des Ersten Weltkriegs wandelten sich Struktur, Organisation und Ausrüstung der Landstreitkräfte tiefgreifend. Hauptwaffengattung blieb die Infanterie. Ihr Anteil an den Landstreitkräften sank zwar von 70 % auf 50 %, aber ihre Feuerkraft stieg auf das dreifache. Wachsende Bedeutung erlangten die Gebirgstruppen. Besonders rasch entwickelte sich die Artillerie, die als Hauptfeuerkraft der Landstreitkräfte vor allem den Infanterieangriff zu unterstützen hatte. Die Kavallerie, zu Kriegsbeginn noch für Aufklärung und Verfolgung verwandt, wurde stark verringert. Im Kampf um befestigte Feldstellungen wuchs die Rolle der Pioniere. Die Nachrichtentruppen gewannen Bedeutung für die Truppenführung auf allen Ebenen. Die Panzertruppen (in den deutschen Landstreitkräften nur in Ansätzen) entstanden, vorerst als Begleitwaffe der Infanterie beim Durchbruch durch eine Verteidigungsstellung. Mit dem Einsatz chemischer Kampfstoffe entstanden erstmals chemische Truppen sowie die Organisation einer Gasabwehr. Die Ausdehnung der Kriegsschauplätze und die Notwendigkeit der Versorgung von Millionenheeren bedingten den raschen Ausbau der rückwärtigen Dienste im Hinterland und in der Etappe. Für Nachschub und Truppenbewegungen gewannen neben dem Train und den Eisenbahntruppen die Kraftfahrtruppen und für den Stellungsbau die Armierungstruppen an Bedeutung. Die Ausweitung der Kriegsschauplätze führte zur Bildung von Kommandobehörden für breitere Frontabschnitte; als höchster operativ-strategischer Verband wurde die Heeresgruppe geschaffen.


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