Louis-Jean Malvy

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    französischer Politiker; * 1. Dezember 1875 Figeac , † 9. Juni 1949 Paris

    Jean-Louis Malvy, französischer Innenminister

    Finanz- und Wirtschaftsexperte; 1906 Mandat als radikaler Sozialist; Innenminister unter Viviani, Briand und Ribot (bis 1917). Malvy erhielt seine Ministerialposten jedoch weniger aufgrund seiner Befähigung, sondern weil in der Union Sacrée eine bestimmte Anzahl radikalsozialistischer Politiker mit Ämtern versorgt werden mussten; Malvy war der Ersatz für den abwesenden Joseph Caillaux. Nach Kriegsbeginn unterstützte er finanziell verschiedene Zeitungen, darunter die Bonnet Rouge, die auch aus deutschen Quellen finanziert wurde. Nachdem dies bekannt geworden war, wurde Malvy ein Verrat an den Interessen Frankreichs vorgeworfen. Als nach den zivilen Unruhen 1917 und den Meutereien in der französischen Armee wichtige Militärdokumente in den Redaktionsräumen des Bonnet Rouge auftauchten, zwang die öffentliche Kritik Malvy am 31.8.1917 zum Rücktritt. Er wurde wegen Hochverrats verurteilt, v. a. aber wegen Vernachlässigung seiner Amtspflichten für fünf Jahre verbannt. Trotzdem kehrte Malvy nach dem Krieg in die Politik zurück und wurde 1926 erneut für kurze Zeit zum Innenminister ernannt.


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