Maschinengewehr

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Abk.: MG;

    Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs war das deutsche Heer mit dem wassergekühlten MG 08 ausgestattet. Es hatte eine Schlittenlafette, mit der es 65 kg wog. Seine Feuergeschwindigkeit betrug etwa 500 Schuss/min. Nach dem Übergang zum Stellungskrieg wurde das MG zur Hauptfeuerkraft der Infanterie. Diese erhielt schwere und leichte MGs, die sich vor allem in der Montierung und der Art der Munitionszuführung, teilweise auch im Kaliber voneinander unterschieden. Infolge der Vorkriegsversäumnisse gelang es in Deutschland erst 1916, die Voraussetzungen für die Massenproduktion des schweren MG 08 zu schaffen. Sein beträchtliches Gewicht erwies sich im Einsatz jedoch als wesentlicher Mangel; es konnte den Schützen beim Angriff nicht schnell genug folgen.

    Ab Frühjahr 1917 stand das aus dem MG 08 entwickelte wassergekühlte leichte MG 08/15 in größerer Zahl zur Verfügung, das allerdings mit 17,5 kg Gewicht für eine automatische Schulterwaffe ebenfalls noch recht schwer und unhandlich war. Die insgesamt rasche Zunahme der MGs und die Erweiterung ihres Einsatzzwecks wirkten sich auf die Struktur der Streitkräfte aus. Die Zahl der MG-Kompanien erhöhte sich. Im August 1914 war das deutsche Heer mit 2400 MGs in Feld gerückt. Gegen Ende des Kriegs war der Bestand auf rund 100 000 angewachsen. Neben seiner infanteristischen Zweckbestimmung wurde das MG im Verlauf des Kriegs zunehmend als Flugzeug- und Panzerbewaffnung sowie zur Fliegerabwehr verwendet.


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    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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