Matrosenaufstand

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Der Matrosenaufstand, der am 28.10.1918 in Wilhelmshaven seinen Anfang nahm, war das erste einer Reihe von Ereignissen, die zum Ausbruch der Novemberrevolution führten. Im Oktober 1918 war die Aussichtslosigkeit des Kriegs allen Beteiligten deutlich geworden und so hatte die 3. OHL bereits Ende September der Reichsregierung ein Waffenstillstandsangebot unterbreitet. Die deutsche Marineleitung wollte nun in einem letzten Kraftakt die Fähigkeiten ihrer Flotte, die während des Kriegs meist im Hafen vor Anker gelegen war, beweisen und befahl daher einen letzten "ehrenvollen" Angriff auf die britische Royal Fleet - der unzweifelhaft den Tod nahezu aller Matrosen bedeutet hätte.

    Am 5.11. begann die Meuterei mit der Aufstellung eines Matrosenrats im Stützpunkt der Hochseeflotte in Wilhelmshaven. Rund 1000 Matrosen wurden verhaftet und zum Teil nach Kiel verbracht, um den Unruheherd zu entschärfen. Dort initiierten die Matrosen jedoch eine Großdemonstration, an der auch die unter Hunger und dem Dienst in der Kriegsproduktion leidende Bevölkerung Kiels unter den Anführern Karl Artelt und Lothar Popp teilnahm. Innerhalb kurzer Zeit waren auch die Einheiten der Binnenstädte an den Aufständen beteiligt.


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