Maurice Barrès

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    französischer Schriftsteller und Politiker; * 17. September 1862 in Charmes sur Moselle (Lothringen) , † 4. Dezember 1923 in Neuilly-sur-Seine


    schon früh nationalistische Einstellung; 1882 zum Jurastudium nach Paris, erste Veröffentlichungen; 1889 Anhänger des rechtspopulistischen Generals Boulanger, eine Wahlperiode Abgeordneter von dessen Bewegung in Nancy, aber Misserfolge bei den folgenden Wahlen; 1894 Aufsehen wegen seines antisemitischen Artikels über die Dreyfus-Affäre; 1906 Mitglied der Académie française und Mandat im Wahlkreis Neuilly/Paris. Barrès wurde wegen seines militanten Politikstils bekannt, u. a. bei der Bekämpfung säkularer Tendenzen in Frankreich.

    1914 trat Barrès die Nachfolge Paul Déroulèdes als Führer der antisemitischen, antideutschen und antiparlamentaristischen Ligue des Patriotes an. In dieser Funktion veröffentlichte er zahllose hetzerische Zeitungsartikel, die den "fasciste et chauviniste de la Lorraine" zum erklärten Gegner aller pazifistischen und sozialistischen Bewegungen machte. Er reiste auch zu verschiedenen Kriegsschauplätzen und publizierte Berichte zur Stärkung der nationalen Moral. Nach Kriegsende bemühte er sich in unversöhnlicher Haltung um eine Bestrafung Deutschlands.


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    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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