Maxime Weygand

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    französischer Heerführer; * 21. Januar 1867 in Brüssel , † 28. Januar 1965 in Paris


    1888 Eintritt in die Armee; ab 1902 Ausbilder in der Militärschule von Saumur; 1912 Ernennung zum Oberstleutnant. Nach Kriegsausbruch wurde Weygand, bis dahin Befehlshaber des 20. Armeekorps, bald zum Stabschef der 9. Armee unter Marschall Foch ernannt. In dieser Position übernahm er während der Marneschlacht die Stabilisation des Kampfgeschehens bei Nancy. Als treuer Untergebener Fochs folgte er diesem 1916 ins Kriegsministerium, wurde aber bald durch Nivelle wieder im Feld eingesetzt. Unter Clemenceau, der die französischen Streitkräfte neu aufstellte, wurde Weygand zum militärischen Vetreter der französischen Armee im Obersten Alliierten Kriegsrat. Dennoch war er sofort zur Stelle, als Foch im Frühjahr 1918 zum Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Frankreich ernannt wurde, und hatte als Generalmajor eine beratende Funktion inne. Während des Russisch-Polnischen Kriegs 1920 befehligte Weygand die Verteidigung Warschaus und führte so die Kriegswende herbei. Er war Berater bei der Neuaufstellung der polnischen Armee.

    1923/24 französischer Bevollmächtigter in Syrien; 1931-35 Generalinspekteur des französischen Heers und Vizepräsident des Oberen Kriegsrats; 1939/40 Generalstabschef und Kommandeur im Nahen Osten; Mai 1940 Nachfolge General Gamelins als Alliierter Oberkommandierender; nach dem deutsch-französischen Waffenstillstand Übernahme des Verteidigungsministeriums in der Vichy-Regierung; anschließend Versetzung in die französischen Kolonien in Afrika, Generalgouverneur von Algerien; 1941 Entlassung, im folgenden Jahr Inhaftierung durch die Deutschen; 1945 Entlassung aus der Geiselhaft und Rückkehr nach Frankreich, Vorwurf der Kollaboration; 1948 Entlastung.


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