Mazedonischer Feldzug

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Nach dem Scheitern des Feldzugs auf Gallipoli landeten am 5.10.1915 die Engländer und Franzosen ihre dort frei werdenden Kräfte in Saloniki. Sie beabsichtigten den bedrängten Serben (Serbischer Feldzug) durch einen Vorstoß nach Norden Hilfe zu bringen. Aber dieser Vorstoß stieß auf die bulgarische 2. Armee bei Ischtip und musste eingestellt werden. Da die Mittelmächte nach dem Fall Serbiens auf einen weiteren Vorstoß nach Süden verzichteten, entstand an der griechischen Grenze gegen Serbien und Bulgarien eine neue Front. Den Befehl über die Saloniki- oder Orientarmee bekam der französische General Sarrail.

    Während des rumänischen Feldzugs wurden im Oktober 1916 von Sarrail Entlastungsvorstöße nach Norden unternommen, die zur Einnahme von Monastir führten. Bis zum Kriegsende wurde an der mazedonischen Front vorwiegend Stellungskrieg geführt. Dadurch band Bulgarien Hunderttausende von Ententetruppen und hielt sie von den Hauptentscheidungsschlachten fern. Aber andererseits wurde durch die Orientarmee im Jahr 1916 doch der Anschluss Griechenlands an die Entente erzwungen und Rumänien in seinem gleichen Entschluss beeinflusst.

    Im September 1918 stieß die Orientarmee (550 000 Mann) im Zusammenhang mit der allgemeinen Offensive zwischen Derna und Bardar gegen die erschöpfte bulgarische Armee vor. Deren Widerstandskraft war bereits gebrochen und am 29.9. schloss Bulgarien einen Sonderwaffenstillstand.


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    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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