Nikolaj Judowitsch Iwanow

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    russischer General; * 22. Juli 1851 , † 27. Februar 1919

    Nikolaj Judowitsch Iwanow

    1904/05 Teilnahme am Russisch-Japanischen Krieg; 1906-08 Gouverneur der Festung Kronstadt; nach der Niederschlagung eines Aufstands persönlicher Dank von Zar Nikolaus II.; ab 1908 Kommandeur der russischen Streitkräfte in Kiew. Bei Kriegsausbruch organisierte er die Mobilisierung der Truppen in der Region um Kiew. Trotz mehrerer verpasster Gelegenheiten während seines Einsatzes in Galizien und den Karpaten von August 1914 bis November 1915 wurde Iwanow auf Grund seines Ansehens beim Zaren das Kommando über die russischen Streitkräfte an der Südwestfront übertragen. Hier erwies sich der General erneut als unfähig, ausreichend schnell auf die Ereignisse an der Front zu reagieren. Seine Armee konnte daher trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheiten den österreichisch-ungarischen Streitkräften nicht standhalten. Nachdem Iwanow die katastrophale Niederlage bei Görlitz-Tarnow im Mai 1915 und den Verlust ganz Polens verantwortet hatte, wurde er schließlich doch entlassen und durch Alexej Brussilow ersetzt. Seine Verbündeten in der Regierung verhalfen ihm jedoch rasch zu einer Berufung zum militärischen Berater des Zaren im russischen Oberkommando (Stavka). Während der Februarrevolution 1917 wurde Iwanow mit der Aufgabe der Beruhigung der Unruhen in St. Petersburg betraut; anschließend ging er in den Ruhestand. Als Kommandeur der weißen Armee im russischen Bürgerkrieg reaktiviert, wurde er 1919 von Bolschewisten ermordet.


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