Novemberverbrecher

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Der Abgeordnete Philipp Scheidemann verkündet vom Balkon des Reichstags aus die deutsche Republik.

    Schimpfwort der politischen Rechten im Kampf gegen die Weimarer Republik. Mit der zunächst auf die Ausrufer der Republik (9.11.18), die Mitglieder des Rats der Volksbeauftragten und die Unterzeichner des Waffenstillstands vom 11.11.18 (daher die Bezeichnung) gemünzten Verunglimpfung sollte den Demokraten wie Ebert, Erzberger, Scheidemann u. a. die Schuld am deutschen Zusammenbruch gegeben und die Dolchstoßlegende flankiert werden. Der Begriff wurde daher bald auf alle Repräsentanten der "Novemberrepublik", des "Novembersystems" ausgedehnt, die als "Novembersippschaft" beschimpft wurden. Die Novemberrevolution wurde zur "Revolte" herabgestuft und dem "System" damit die Legitimation bestritten. Die "Novemberverbrecher" und ihre "Erfüllungspolitik" spielten leitmotivisch auch in Hitlers Polemiken eine Hauptrolle zur Kettung der Republik an die "Schmach" des Novembers 1918.


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    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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