Oktoberrevolution

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Nach dem alten russischen Kalender, der erst von Februar 1918 an durch den Gregorianischen ersetzt wurde, begann der Aufstand der Bolschewiki in Petrograd, der damaligen Hauptstadt Russlands, gegen die Provisorische Regierung am 25.10.(7.11.) 1917. Nachdem das Militärrevolutionäre Komitee unter Leitung Trotzkis dem russischen Generalstab praktisch die Befehlsgewalt entzogen hatte, besetzten Rotgardisten, ohne Gewalt anwenden zu müssen, bis zum Abend des 25.10. alle wichtigen Behörden Petrograds, mit Ausnahme des Winterpalais, in dem sich die Minister der Provisorischen Regierung versammelt hatten; sie wollten hier abwarten, ob es Ministerpräsident Kerenski, der an die Front gereist war, gelingen würde, loyale Truppen heranzuschaffen. Um 18 Uhr war das Winterpalais von den Aufständischen eingeschlossen, um 21.40 Uhr gab der Kreuzer Aurora einen Blindschuss ab, der das Signal zum Sturm auf das einstige Zarenschloss war. Fünf Revolutionäre und ein loyaler Soldat kamen bei der Erstürmung ums Leben, einige von ihnen durch umstürzende Sandsackbarrieren. Um 23.15 Uhr wurden die verhafteten Minister abgeführt. Noch bevor die Erstürmung erfolgreich beendet war, hatte Lenin den 2. Kongress der Sowjets (Arbeiter- und Soldatenräte) im Smolny-Institut zusammentreten lassen. Vor ihm verkündete er jenes Programm, das aus dem Sturm auf das Winterpalais erst eine bolschewistische Revolution machte.


    Bildergalerie: Schlacht um Verdun

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    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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