Oskar von Hutier

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    preußischer General; * 27. August 1857 Erfurt , † 5. Dezember 1934 Berlin

    Oskar von Hutier

    Cousin Erich Ludendorffs; von Hindenburg schon früh als vielversprechender Offiziersnachwuchs erkannt, Ausbildung an der Lichterfelde Kadettenschule, danach Berufung zum Generalstab, zwischenzeitlich immer wieder Truppenkommandos. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs diente Hutier als Befehlshaber der 1. Gardedivision, deren Kommando er 1912 übernommen hatte, innerhalb der 2. Armee unter Bülow in der Ersten Schlacht an der Marne. Im April 1915 wurde Hutier zum 21. Armeekorps in der 10. Armee (Eichhorn) an die Ostfront versetzt. Im Januar 1917 wurde dem General der Befehl über die Armeesektion D südlich von Riga übertragen, bevor er im September die 8. Armee übernahm.

    Bei der Eroberung Rigas am 3.9.1917 wandte Hutier die neuen Infiltrationstaktiken der deutschen Armee an und erwarb sich durch die geschickte Implementierung der ursprünglich britischen und französischen Techniken einiges Ansehen, sodass sich die Bezeichnung "Hutier-Taktiken" durchsetzte. Hutier wurde am 6.9.1917 der Orden Pour le Mérite verliehen. Noch im Oktober gelang es Hutiers Truppen, in der einzigen erfolgreichen amphibischen Landung des gesamten Kriegs die Baltischen Inseln einzunehmen.

    Nach seiner Rückversetzung an die Westfront wurde seine 18. Armee als Angriffsspitze der deutschen Frühlingsoffensive abkommandiert, wo zunächst spektakuläre Gebietsgewinne erzielt und mithilfe der Hutier-Taktiken rund 50 000 Kriegsgefangene genommen werden konnten. Nach wenigen Tagen verlangsamte sich das Vormarschtempo jedoch deutlich und die Offensive wurde schließlich vollkommen stillgelegt. Auch eine Wiederaufnahme der Offensive bei Matz im Juni 1918 schlug fehl. Nach Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens war Hutier einer der Hauptverursacher der "Dolchstoßlegende". 1919 Abschied aus der Armee.


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