Oswald Boelcke

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Jagdflieger; * 19. Mai 1891 Giebichenstein , † 15. Oktober 1916 bei Bapaume/Somme

    Oswald Boelcke

    Als eines der deutschen Fliegerasse stellte Boelcke eine kritische Figur in der Geschichte des Luftkampfs dar. Nach Kriegsbeginn flog er gemeinsam mit seinem Bruder eine Albatros BII der Feldfliegerabteilung 13 und erwarb dort das Eiserne Kreuz, bevor er im April 1915 zur Abteilung 62 und in die Pilotenkanzel einer bewaffneten Albatros CI wechselte. Er unternahm zahlreiche Testflüge mit den frühen Fokker-Modellen und flog in Begleitung Max Immelmanns, der derselben Einheit angehörte, die mit einem synchronisierten MG ausgestattete EII. Boelcke wurde bekannt für seine offensiven Manöver, bei denen er feindliche Flugzeuge hinter der gegnerischen Kampflinie angriff. Durch den 1916 für acht Abschüsse verliehenen Orden Pour le Mérite und weitere Erfolge in Verdun wurde Boelcke zu einer nationalen Berühmtheit. Seine Besuche bei verschiedenen Fliegereinheiten sollten die Moral der Piloten stärken. Juli 1916 wurde ihm die Führung der neuen Einheit Jasta 2 anvertraut, einer Elitetruppe, der u. a. Manfred von Richthofen angehörte. Boelcke legte Wert auf koordinierte Einsätze statt Einzelaktionen; auf diese Weise gelangen seiner Einheit bis Ende des Jahres 76 Abschüsse. Am 15.10. kollidierte Boelckes Flugzeug mit dem eines anderen Mitglieds seiner Einheit und stürzte ab.


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