Paris-Geschütz

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Die schwerste, deutsche 210-mm-Eisenbahnbettungs-Langrohrkanone beschoß Paris von Laon (128km vor Paris), Beaumont (109km vor Paris) und vom Wald bei Le Cateau (87km vor Paris) aus. Das Rohr des Geschützes war 34m lang
    Lange Bertha, Beschuss von Paris aus der Wilhelmstellung, 23. März 1918

    Die offiziell Kaiser-Wilhelm-Geschütz genannte Artilleriewaffe bekam den Beinamen "Paris-Geschütz" (auch: "Langer Max") aufgrund der Tatsache, dass mit ihr die französische Hauptstadt im März 1918 aus Distanzen von bis zu 132 km beschossen wurde - eine zur damaligen Zeit unglaubliche Leistung. Das Projektil erreichte auf seiner Flugbahn 40 km Höhe. Das Geschütz wurde von Professor Rausenberger konstruiert und durch die Firma Krupp gefertigt. Der Einsatz begann am 21.3.1918 und wurde bis August fortgesetzt; in dieser Zeit wurden lediglich 367 Granaten abgefeuert, von denen wohl lediglich die Hälfte die Stadtgrenzen von Paris passierten. Das Ziel war weniger eine tatsächliche Zerstörung der französischen Hauptstadt als vielmehr die moralische Schwächung der Bewohner gewesen. Nach dem Einsatz wurde das Geschütz nach Deutschland zurückgebracht und kurz vor Kriegsende vollständig zerstört. Die genauen technischen Daten sind bis heute unklar.

    Technische Daten

    • Kaliber: 209 mm*Rohrlänge: 35 m*Gewicht: 256 t*Munitionsgewicht: 120 kg*Sprengladung: 180-200 kg Schießpulver


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