Paul von Hinze

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Marineoffizier und Diplomat; * 13. Februar 1864 Schwedt , † 19. August 1941 Meran


    1903 wurde Hinze Marineattaché in St. Petersburg und 1908 Militärbevollmächtigter, nachdem er 1905 an der Besprechung in Björkö zwischen Zar Nikolaus II. und Kaiser Wilhelm II. teilgenommen hatte. Er besaß das Vertrauen beider Monarchen, wurde aber 1911 abberufen und Gesandter in Mexiko, 1914 in China, 1917 in Norwegen. Im Juni 1918 wurde Hinze als Nachfolger Kühlmanns Staatssekretär des Auswärtigen Amts, da er das Vertrauen des Zivilkabinetts wie Ludendorffs besaß. Gegen Helfferich erstrebte er die Zusammenarbeit mit den Bolschewiki. Im September 1918 setzte er beim Kaiser nach der Bitte um Waffenstillstand den Übergang zum Parlamentarismus durch. Er selbst trat zurück, blieb aber im großen Hauptquartier und bereitete die Flucht Wilhelms II. nach Holland vor, nachdem sein Gedanke, der Kaiser solle an die Front gehen, um die Truppe für sich zu gewinnen, sich nicht verwirklichen ließ. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Hinze zeitweise die Leitung des Vereins für das Deutschtum im Ausland und des Deutschen Auslandsinstituts in Stuttgart.


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