Propaganda

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Die ersten Erscheinungsformen der deutschen Kriegspropaganda trugen häufig satirische Züge: Auf Postkarten und in Zeitungen wurden die Alliierten in Karikaturen als Tiere, kleine Kinder oder Teufel dargestellt, die dringend bestraft werden mussten. Gleichzeitig wurden Hassbilder verbreitet, die dem Feind alle denkbaren negativen Eigenschaften andichteten und kulturelle Besonderheiten ins Lächerliche oder Gefährlich-Bedrohliche überspitzten.

    Mit zunehmender Unwilligkeit an der Heimatfront und in den deutschen Schützengräben wandelte sich die Propaganda zur Beschwörung des "süßen und ehrenvollen Heldentods" für Kaiser und Vaterland (z. B. Langemarck-Mythos). Es wurde an die Notwendigkeit einer Rache für die Zerstörung deutscher Dörfer und Kulturstätten erinnert (während die Zerstörung solcher Stätten im Ausland durch deutsche Soldaten verschwiegen wurde). Dies war notwendig, da die Unterstützung der Bevölkerung zur Aufrechterhaltung der kriegswichtigen Betriebe unabkömmlich war und da immer mehr Soldaten sich widerstandslos vom Feind gefangen nehmen ließen oder Dienst nur nach Vorschrift taten. Doch auch die alliierte Propaganda reduzierte die deutschen Armee auf Schlagworte wie das von den "Hunnen unter einem neuen Attila". Auf diese Weise wurde aus dem Kampf um Gebietsgewinne und weltwirtschaftliche Einflussnahme ein "Kampf der Kulturen", in dem jede Seite behauptete, für die Zivilisation und Freiheit einzutreten, wie es im Deutschen Reich im Zusammenhang mit dem Augusterlebnis formuliert wurde mit dem bekannten Ausspruch: "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen!"


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