Rätesystem

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    auch: Rätedemokratie;

    nach kommunistischer Auffassung (Lenin) die aus der proletarischen Revolution hervorgehende Regierungsform, in der die Räte (russisch: Sowjets) die "Diktatur des Proletariats" ausüben: Vereinigung von gesetzgebender und vollziehender Gewalt in Form der "demokratischen Diktatur", ähnlich dem französischen Nationalkonvent von 1792. Nächsthöhere Stufe, nach der überwundenen bürgerlich-parlamentarischen Demokratie, "Aufbau von unten nach oben", direkte Wahl der Orts- und Betriebsräte, durch diese Wahl der nächsthöheren Räte usw. bis zur Spitze. Jede Wahl erfolgt auf Widerruf, um kein Berufsbeamtentum aufkommen zu lassen und um möglichst jedem einmal Gelegenheit zur Mitarbeit in den Räten zu geben.

    Erstes Auftreten von "Arbeiterräten" in der Russischen Revolution von 1905, erfolgreich in der Revolution von 1917 (Oktoberrevolution). 1919 wurde in Deutschland der Versuch, das Rätesystem auf revolutionärem Weg durchzusetzen, blutig niedergeworfen (Novemberrevolution).


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    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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