Rüdiger Graf von der Goltz

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    preußischer General; * 8. Dezember 1865 Züllichau , † 4. November 1946 Kinsegg, Allgäu


    1885 Eintritt in die Armee. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte Goltz den Rang eines Oberst inne und befehligte das Hamburger Infanterieregiment Nr. 76. Während des Kriegs fand er als Kommandeur verschiedener Einheiten Verwendung. Am 3.4.1918 landete er mit der zwischenzeitlich in "Ostsee-Division" umbenannten 12. Landwehrdivision, die er nur zwei Monate zuvor übernommen hatte, in der finnischen Stadt Hanko. Mit rund 11 000 Mann nahm er zehn Tage später zusammen mit der finnischen Armee unter dem Befehl General Mannerheims Helsinki ein. Ende April fand die entscheidende Schlacht gegen die Rote Armee bei Lahti statt, die mit einem glorreichen Sieg für Goltz und Mannerheim endete. Goltz sah sich fortan als "Finnlands deutscher Befreier" und blieb bis Ende 1918 als Militärberater in Finnland. Im Januar 1919 als Gouverneur von Libau eingesetzt, kommandierte er das deutsch-lettische 6. Reservekorps im Baltikum, wo ihm die Einnahme Rigas gelang, das er jedoch nach der Niederlage in der Schlacht von Wenden (19.-22.6.1919) wieder abtreten musste. Goltz wurde im Oktober 1919 abgesetzt. Nach Kriegsende Kritiker der Weimarer Republik; ab 1924 Vorsitzender der Vereinigten Vaterländischen Verbände; ab 1934 Anführer des Reichsverbands Deutscher Offiziere.


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