Raoul Gervaise Lufbery

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    französischer/US-amerikanischer Flieger; * 14. März 1885 Clermont-Ferrand (Frankreich) , † 19. Mai 1918 Maron (Frankreich)


    1891 Umzug der Familie in die USA, Lufbery folgte jedoch erst 1904, nach Reisen nach Deutschland, Nordafrika, in die Türkei, auf den Balkan und nach England. Nach Eintritt in die US-Armee Dienst auf den Philippinen; 1912 Bekanntschaft mit dem französischen Flieger Pourpe in Kalkutta und Arbeit als Mechaniker für diesen, dann zahlreiche gemeinsame Reisen. Bei Kriegsausbruch fühlte sich Lufbery verpflichtet, für die Alliierten Militärdienst zu leisten und trat daher in die französische Fremdenlegion ein. Er plante jedoch einen raschen Wechsel zur Fliegerarmee, um erneut als Mechaniker Pourpes eingesetzt zu werden. Als dieser bei einer Bruchlandung im Dezember 1914 starb, machte Lufbery selbst einen Pilotenschein und flog ab Mai 1916 für Escadrille Americaine. Sein erster Abschuss gelang ihm am 30.7.1916 bei Verdun. Im Einsatz für die französische Armee erreichte Lufbery 17 offizielle Abschüsse; er wurde u. a. mit dem Kriegskreuz und dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Nach Kriegseintritt der USA wechselte der Pilot zum 95. Luftgeschwader des U.S. Air Service. In einem Luftkampf am 19.5.1918 gegen ein deutsches Flugzeug gingen seine Kanonen in Flammen auf; Lufberys Flugzeug stürzte ab. Der Pilot, der sich per Schleudersitz zu retten versucht hatte, stürzte ohne einen - damals noch nicht zur Standardausrüstung zählenden - Fallschirm auf einen Palisadenzaun.


    Bildergalerie: Schlacht um Verdun

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