Richard Hentsch

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    preußischer Offizier; * 18. Dezember 1869 Köln , † 13. Februar 1918 Bukarest (Rumänien)


    1888 Eintritt in die Armee beim 4. sächsischen Infanterieregiment; 1899 Berufung in den Großen Generalstab, 1902 endgültige Versetzung dorthin. Nur wenige Wochen zuvor zum Oberstleutnant ernannt, übernahm Hentsch bei Kriegsausbruch die Leitung der Nachrichtenabteilung beim Chef des Generalstabs und wurde zum einflussreichen Berater des Generalstabschefs Moltke. Als die Schlacht an der Marne zunehmend aussichtsloser schien, führte Hentsch zahlreiche Frontbesuche durch, die ihm ein Bild von der Erschöpfung und schlechten Moral der Truppen vermittelten. Dies bewog ihn zur Anordnung der Beendigung des Kampfs und des Rückzugs der 1. und 2. Armee, ohne zuvor Rücksprache mit der Obersten Heeresleitung gehalten zu haben. Die folgenschweren und später heftig umstrittenen Anweisungen machten den Fehlschlag an der Westfront deutlich. Hentsch wurde in den Generalstab der k. u. k.-Armee versetzt und im September 1915 zum Oberquartiermeister der Heeresgruppe General Mackensens ernannt. Anfang März 1917 setzte die OHL den preußischen Oberst als Chef des Generalstabs in der Militärverwaltung Rumäniens ein. Bei seinem Tod hatte Hentsch diese Position noch inne.


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