Richard von Kühlmann

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Diplomat und Staatssekretär; * 3. Mai 1873 Konstantinopel , † 6. Februar 1948 Ohlstadt bei Murnau, Oberbayern

    Richard von Kühlmann
    Die Vertreter der Mittelmächte bei den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk (von links nach rechts: General Hoffmann, Graf Czernin, Großwesir Talaat Pascha, v. Kühlmann)

    Sohn des Generaldirektors der anatolischen Eisenbahnen und Großgrundbesitzer. 1909 Botschaftsrat in London. Er bereitete hier das deutsch-englische Abkommen über den Kolonialbesitz, die Bagdadbahn und das vorderasiatische Erdöl vor, das die Spannungen zwischen den beiden Großmächten beseitigen sollte, aber durch den Ausbruch des Weltkriegs vereitelt wurde. Nach Beginn des Kriegs wurde Kühlmann Gesandter in Den Haag, 1916 Botschafter in Konstantinopel. Am 7.8.1917 wurde er unter Michaelis Staatssekretär des Auswärtigen. Er war ein Anhänger des Verständigungsfriedens, schloss aber trotzdem die harten Friedensverträge von Brest-Litowsk und Bukarest mit Russland und Rumänien im Frühjahr 1918 ab. Am 9.7.1918 musste Kühlmann auf Veranlassung der Obersten Heeresleitung zurücktreten, nachdem er in der Reichstagsrede vom 24.6. eine rein militärische Kriegsentscheidung erklärt hatte.


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