Rudolf Freiherr Stöger-Steiner von Steinstätten

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    österreichischer General, Politiker und Kriegsminister; * 26. April 1861 Pernegg, Steiermark , † 12. Mai 1921 Graz

    General Stöger-Steiner

    Zu Beginn des Ersten Weltkriegs befehligte Stöger-Steiner eine Infanteriedivision in Galizien, einen Posten, den er zum Teil seiner ausgesprochen guten Beziehungen zum Hof Kaiser Franz Josephs verdankte. Im Mai 1915 an die Isonzo-Front versetzt, blieb der General trotz der erfolgreichen Verteidigung des oberen Flusslaufs in der Zweiten bis Neunten Schlacht eher unauffällig. Er wurde aber dennoch im April 1917 zum österreichisch-ungarischen Kriegsminister ernannt, da sich die österreichischen und ungarischen Gesandtschaften am kaiserlichen Hof auf keinen Kandidaten mit einem eindeutigeren politischen Profil hatten einigen können.

    Im Kriegsministerium erwies sich Stöger-Steiner als kompetent im Umgang mit den sich gegen Kriegsende steigernden Schwierigkeiten bei der Nachschubsicherung und der Durchsetzung der zivilen Ordnung. Noch 1917 wurde eine Heeresreform durchgeführt; im Frühjahr 1918 war der Kriegsminister aber endgültig von der bevorstehenden Niederlage des k. u. k.-Heers überzeugt und zog daher bereits Truppen von der Front ab, um die Unruhen im eigenen Land zu befrieden, was jedoch fehlschlug. Stöger-Steiner trat im November 1918 von seinem Posten zurück.


    Bildergalerie: Flugzeuge und Luftschiffe

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe