Rumänischer Feldzug

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    (1916/17)

    Am 27.6.1916 trat Rumänien durch die Kriegserklärung an Österreich in den Ersten Weltkrieg ein. Das österreichische Heer war durch die russische Brussilow-Offensive schwer getroffen, Italien hatte in der Sechsten Isonzoschlacht wichtige Stellungen erobert, Deutschland hatte den Angriff auf Verdun einstellen müssen und stand in der Sommeschlacht in schwersten Abwehrkämpfen.

    Die Rumänen griffen mit drei Armeen in Siebenbürgen an; eine 4. Armee wurde in der Dobrudscha aufgestellt, um der bulgarisch-deutschen Front in den Rücken zu fallen. Demgegenüber wurden in Ungarn die deutsche 9. (Falkenhayn), nördlich davon die österreichische 1. (Arz von Straußenberg), südlich der Donau bei Swistow eine Armee aus bulgarischen, türkischen und deutschen Truppen (Mackensen) aufgestellt. Sie gingen zum Gegenangriff vor. General Falkenhayn schlug die rumänische 1. Armee 26.-29.9 entscheidend bei Hermannstadt, 29.9-25.10. die rumänische 2. Armee bei Gagaras und am Geisterwald, am 7.-9.10. nochmals bei Kronstadt. Die österreichische 1. Armee warf die Rumänen über die Karpathen zurück. Die Armee Mackensen drang tief in die Dobrudscha ein und überschritt am 23.10 bei Swistow die Donau. In gemeinsamem Vorgehen schlugen alle drei Armeen die Rumänen bis zur Donaumündung und zum Sereth zurück, wo der Rest ihrer Truppen von den Russen aufgenommen wurde. Bukarest wurde am 6.12. eingenommen.

    Trotz dieser klaren Niederlage konnte Rumänien nicht zur Kapitulation gezwungen werden. Erst nach dem Ausscheiden Russlands aus dem Krieg in Folge der Oktoberrevolution sah sich Rumänien gezwungen, am 10.11.1917 einem Waffenstillstand zuzustimmen.


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