S.M.S. Nürnberg

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Kleiner Kreuzer "Nürnberg"

    Die Nürnberg, die ab Kriegsbeginn zum Kreuzergeschwader Graf Spee gehörte, lief am 29.8.1906 in der Kaiserlichen Werft in Danzig vom Stapel. Sie versah ihren Dienst auf den Karolinen zusammen mit der S.M.S. Scharnhorst und nahm an der erfolgreichen Seeschlacht bei Coronel am 1.11.1914 teil. Da bei diesem Zusammentreffen mit den Briten jedoch ein Großteil der deutschen Munition ohne Hoffnung auf Nachschub verschossen worden war, war die britische Flotte bei ihrem Rückschlag am 8.12. deutlich im Vorteil. Das Kreuzergeschwader Graf Spee passierte beim Versuch eines Durchbruchs in die Heimat die Falklandinseln, auf denen am Vortag die britischen Schlachtkreuzer H.M.S. Inflexible und H.M.S. Invincible eingetroffen waren. Der Kampf war aufgrund der eindeutigen Überlegenheit der britischen Schiffe von vornherein entschieden. Die Deutschen konnten lediglich versuchen, vor ihrer Vernichtung möglichst großen Schaden bei den Briten anzurichten und dadurch den Kleinen Kreuzern der Flotte ein Entkommen zu ermöglichen. Dennoch wurde die Nürnberg vom Panzerkreuzer Kent verfolgt und gestellt; ihre Maschinen waren bereits in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Das Schiff wurde wegen der immer noch aufgezogenen Kriegsflagge noch lange nach dessen eindeutiger Kampfunfähigkeit weiter beschossen. Schließlich gab Kapitän von Schönberg den Befehl zur Sprengung der S.M.S. Nürnberg.

    Technische Daten

    • Höchstgeschwindigkeit: 23 kn
    • Länge: 116,8 m
    • Wasserverdrängung: 3470 ts
    • Bewaffnung: 10 Schnellfeuerkanonen Kaliber 105 mm, Torpedos, Flak
    • Panzerung: 250-300 mm


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