S.M.S. Panther

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Nach einem Einsatz in den Gewässern vor Kamerun sollte die personell wie im Bereich der Bewaffnung minimal ausgestattete S.M.S. Panther im März 1911 für eine Generalüberholung in heimische Gewässer gebracht werden. Unterwegs lief sie im Hafen von Agadir ein; die Hintergründe dieses Ereignisses sind bis heute umstritten. Die französische und die britische Regierung interpretierten den Auftritt des Kanonenboots im französisch besetzten Hafen als feindliche Handlung, die die deutsche Überzeugung von der eigenen Stärke und Fähigkeit, sich gegen Frankreich und England zu stellen, bewiesen hätte. Auch im Deutschen Reich wurde der "Panthersprung von Agadir" bald als Heldentat gefeiert. Man hoffte, die Ansprüche deutscher Handelshäuser in den kurz zuvor von den Franzosen besetzten Städten Fès und Rabat zu verdeutlichen; lediglich die Reichstagsopposition kritisierte diese "Kanonenbootpolitik". Tatsächlich war die S.M.S. Panther praktisch handlungsunfähig; die Soldaten waren sogar angehalten worden, die Rostflecken der Kanonen zu überstreichen, um den schlechten Zustand des Boots zu vertuschen. Der "Panthersprung" führte zum Ausbruch der 2. Marokkokrise.

    Technische Daten

    • Höchstgeschwindigkeit: 13,5 kn
    • Länge: 62 m
    • Wasserverdrängung: 977 t
    • Bewaffnung: 2 Schnellfeuerkanonen Kaliber 105 mm, 6 Maschinenkanonen Kaliber 37 mm


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