Schlacht bei Arras

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    (9.4.-16.5.1917)

    Zerstörter Kirchturm von Thèlus nördlich von Arras. Durch den Beschuss sollte der feindlichen Zivil- und Militärbeobachtung ein Ende gesetzt werden.

    Die alliierte Hauptoffensive des Jahres 1917, deren strategische Planung vom französischen Oberbefehlshaber General Nivelle durchgeführt worden war, begann am 16.4. an der Aisne. Eine Woche zuvor hatte die britische Armee einen Ablenkungsschlag auf Arras durchgeführt, um einen großen Teil der deutschen Truppen nach Norden umzuleiten. Die Deutschen besaßen nun eine stark befestigte Defensivstellung - die Hindenburg-Linie oder Siegfried-Stellung -, auf die sie sich zwischen dem 23.2. und 5.4. zurückgezogen hatten.

    Nach einem massiven fünftägigen Bombardement mit 2800 Geschützen startete die Offensive General Haigs am 9.4. auf einer 20-km-Front. Sechs Divisionen der deutschen 6. Armee (Falkenhausen) standen 14 Divisionen der britischen 1. (Horne) und 3. Armee (Allenby) gegenüber. Die Deutschen besaßen zudem weniger, wenn auch bessere Flugzeuge als die alliierten Streitkräfte. Nördlich von Arras konnte das zur 1. Armee gehörige Kanadische Korps (Byng) nach dreistündigen schweren Kämpfen einen Teil von Vimy einnehmen. Im Zentrum bei Arras konnte die 3. Armee über sechs km weit in das deutsch besetzte Gebiet vorrücken; dies bedeutete den größten Gebietsgewinn seit Beginn des Grabenkriegs im Jahr 1914. Im Süden, am Fluss Scarpe, konnten kaum Fortschritte erzielt werden. Die Gebietsgewinne im Norden konnten am 12.4. ausgeweitet werden, im Zentrum aber war der Widerstand stärker als erwartet, sodass die Front dort beinahe statisch war.

    Haigs Pläne eines unmittelbar anschließenden weiteren Angriffs wurden wegen des Eintreffens deutscher Nachschubtruppen aufgeschoben. Trotzdem konnten die Briten das gewonnene Gebiet verteidigen und den Druck auf die deutsche Armee bis zum Start der Nivelle-Offensive aufrechterhalten. Die zweite Phase der Schlacht begann am 23./24.4. durch das -in verbitterten Kämpfen erzwungene - britische Vorrücken um rund eineinhalb km auf der gesamten Frontlinie. Auf der rechten Seite der 3. Armee hatte die 5. Armee unter dem Befehl Goughs die deutsche Armee seit dem 11.4. angegriffen, es gelang ihr aber weder zu diesem Zeitpunkt noch während späterer Versuche im Mai, die Hindenburg-Linie bei Bullecourt zu durchbrechen.

    Um die Franzosen zum Weiterkämpfen an der Aisne zu ermutigen und die Aufmerksamkeit von den Vorbereitungen für einen britischen Angriff bei Ypern abzulenken, ließ Haig die Aktivitäten am 3.5. noch einmal aufleben. Dies erwies sich als Fehler: Es kam nur zu einem sehr geringen Gebietsgewinn (Fresnoy), die Kämpfe wurden jedoch in geringerem Ausmaß noch bis Ende Mai fortgesetzt. Die Verluste der Briten betrugen 150 000 Mann, die der Deutschen über 100 000 Mann. Während der verlustreichen Zermürbungsschlacht waren zehn km der nördlichen Hindenburg-Linie besetzt worden und zahlreiche Soldaten in Kriegsgefangenschaft geraten.


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