Schlacht bei Passchendaele

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    (12.10.-10.11.1917)

    Die letzte Phase der Dritten Flandernschlacht, die am 31.7. begonnen hatte, wurde als die Schlacht von Passchendaele bekannt. Nach mehr als zweimonatigen schweren Gefechten waren die Alliierten nicht weiter vorgedrungen als bis zum Fuß der Hügelkette von Passchendaele, ungefähr sechs km vom Ausgangspunkt entfernt. In der Hoffnung, dass die alliierten Streitkräfte im folgenden Frühling in einer besseren Position für eine neue Offensive wären, wollte Haig den Feind von der Anhöhe um Passchendaele vor Wintereinbruch vertrieben haben. Plumer und Gough, die britischen Kommandeure, teilten Haigs Enthusiasmus für eine Fortführung der Offensive zwar nicht, widersetzten sich seinen Plänen jedoch auch nicht offen.

    Der erste Angriff in Richtung auf das Dorf von Passchendaele (aus ungefähr eineinhalb km Entfernung) begann am 12.10. Australische und neuseeländische Truppen nahmen die Deutschen stark in Anspruch; es konnte dennoch nur wenig Boden gemacht werden. Sturzflutartiger Regen und anhaltender Beschuss hatten die Anhöhe zu einem Meer aus Matsch und Wasser werden lassen. Zahlreiche Soldaten ertranken und Panzer versanken im Schlamm.

    Die Kämpfe in Flandern in der Woche 22.-29.10.1917

    Die Offensive wurde erst am 26.10. wieder aufgenommen, als sich das Wetter ein wenig besserte - nicht jedoch der Zustand des Untergrunds. Das kanadische Korps, das einzig zur Einnahme Passchendaeles eingesetzt worden war, führte mit Unterstützung durch vier Divisionen der britischen 5. Armee die Attacke an. Unter stetigem Granaten- und Senfgasbeschuss (die Deutschen setzten das Senfgas hier zum ersten Mal ein), zwischen Luftangriffen und umgeben von Sumpf konnten die Truppen nur langsam entlang zweier Dämme vorrücken. Am 30.10. erreichten sie schließlich die Hügelkuppe.

    Die Offensive wurde am 6.11. wieder aufgenommen, als die kanadische 1. und 4. Division ihren endgültigen Vorstoß in die Ortschaft Passchendaele durchführten, die durch die alliierte Artillerie bereits in Schutt und Asche gelegt worden war. Vor dem Ende der Operation am 10.11. konnten noch weitere Gebietsgewinne auf der Anhöhe erzielt werden.

    Begrenzte taktische Vorteile - ein ungesicherter Vorsprung von fast acht km - wurden während der letzten Phase der Schlacht unter gewaltigen Verlusten (insgesamt 250 000 alliierte Gefallene) erzielt, obwohl das ursprüngliche Ziel der Dritten Flandernschlacht - aus der vorgeschobenen Stellung auszubrechen - schon lange vorher aufgegeben worden war.

    Häufig fälschlicherweise für die gesamte Dritte Flandernschlacht verwendet, stand Passchendaele schon bald für das "blindeste Abschlachten in einem blindwütigen Krieg". Die Deutschen sollten alle Gebiete, die sie im Herbst 1917 verloren geben mussten, im Frühjahr 1918 durch die Ludendorff-Offensive zurückgewinnen.


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