Schlacht von Megiddo

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    (19.-21.9.1918)

    Nach dem Fall von Jerusalem im Dezember 1917 wurden General Allenbys Pläne, die alliierte Offensive zu erneuern, durch die massiven deutschen Attacken an der Westfront im März 1918 verzögert. Viele seiner Truppen wurden nach Europa zurückgerufen und er musste sich daher auf kleine Operationen östlich des Jordans, bei denen er mit arabischen Truppen unter Feisal und T. E. Lawrence kooperierte, begrenzen. Erst im Sommer begann Verstärkung einzutreffen und Allenby konnte die endgültige Vernichtung der türkischen Armee in Palästina planen.

    Zu diesem Zweck wurden seine Truppen an der Mittelmeerküste oberhalb Jaltas, gegenüber einem schwach verteidigten türkischen Frontabschnitt, der östlich des Jordantals verlief, konzentriert. Entlang dieses Abschnitts waren von links nach rechts die 8., 7. und 4. türkische Armee unter dem Kommando von General Liman von Sanders positioniert. Er hatte 44 000 Mann zu seiner Verfügung, die Briten 69 000. Nach früheren britischen Aktionen in der Region war ein Drittel der feindlichen Truppen östlich des Jordans auf der türkischen Linken, wo der Hauptangriff erwartet wurde, konzentriert worden. Tatsächlich sollte der britische Angriff jedoch auf der türkischen Rechten stattfinden, aber die Heimlichkeit der Vorbereitungen und das Errichten von Scheinlagern täuschte den Feind.

    Die Schlacht von Megiddo begann am 19.9. um 4.30 Uhr mit einem Artilleriebeschuss entlang einer 105 km langen Frontlinie; ein Angriff der Infanterie folgte und innerhalb von drei Stunden wurde die Linie, die von der demoralisierten 8. türkischen Armee gehalten wurde, durchbrochen. Das berittene Wüstenkorps rückte rasch nordwärts, mit dem Ziel, die Hügelkette bei Mount Carmel zu überqueren und sodann in die Ebene von Esdraelon zu gelangen. Es sollte sich dann in östlicher Richtung nach Beisan am Jordan bewegen, um den 7. und 8. türkischen Armeen den nördlichen Rückzugsweg vollständig abzuschneiden. Deren Versorgungslinien waren bereits durch Angriffe von Lawrence von Arabien auf die Hejaz-Eisenbahn (vergleiche Arabischer Aufstand) zerstört worden. Die Unterbrechung der Kommunikation der türkischen Armee mit ihrem Hauptquartier durch die RAF verzögerte die Versuche, die Kavallerie zu stoppen, bis es zu spät war. Das berittene Korps hatte eine Distanz von 112 km innerhalb von 36 Stunden zurückgelegt und erreichte Beisan plangemäß.

    Die 7. und 8. Armee waren gezwungen, sich ostwärts über den Jordan zurückzuziehen. Sie hatten 25 000 Gefangene an die Briten verloren. Bis zum 21.9. waren sie ihrer Kampfkraft beraubt. Auf der türkischen Linken musste sich die 4. Armee in Richtung Damaskus zurückziehen; sie wurde von arabischen Truppen angegriffen und vernichtend geschlagen. Währenddessen wurde im Norden Nazareth erobert und Liman von Sanders entging nur knapp der Gefangennahme. Allenby hatte die Türken in einer der entscheidendsten Schlachten des Kriegs in die Flucht geschlagen und es gab nichts, das ihn auf seinem Weg Richtung Norden, mit Damaskus als sofortigem Preisgewinn, stoppen konnte.


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