Schlachtflieger

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Die Schlachtflieger bildeten sich in Deutschland gegen Ende des Ersten Weltkriegs heraus. Sie entstanden aus den 1916 formierten Schutzstaffeln, die als schwere Begleitjagdflugzeuge die Aufklärungs- und Artillerieflieger bei der Erfüllung ihrer Aufträge zu eskortieren hatten. Ab 1917 dienten die Schutzstaffeln immer mehr dazu, im Angriff die vordersten Linien des Gegners und in der Verteidigung die gegnerischen Bereitstellungen mit MGs, Bomben und Handgranaten niederzuhalten. Dabei nutzte man die Einsatzerfahrungen der in geringer Höhe operierenden Infanterie-(Verbindungs-)Flieger. Bevorzugte taktische Formationen waren der Reihenflug in Kiellinie, um ein schmales Ziel für längere Zeit zu bekämpfen, und der Angriff in Frontlinie, um einen breiten Frontstreifen in mehrmaligen Anflügen unter Feuer zu nehmen. Aus den bestehenden 30 Schutzstaffeln und durch Neubildungen wurden im Frühjahr 1918 38 Schlachtstaffeln zu je sechs Flugzeugen formiert. Insgesamt plante die OHL den Aufbau von zehn Schlachtfliegergeschwadern mit 60 Staffeln. Verwendung fanden vor allem Flugzeuge der Typen "Halberstadt" CL-II und CL-IV sowie "Hannover" CL-IIIa. 1918 kamen die ersten Ganzmetallflugzeuge von Hugo Junkers (1859-1935), die der Forderung nach ausreichender Panzerung gegen Erdbeschuss entsprachen, zum Einsatz, zunächst als Infanterieflugzeug (Junkers-Fokker J I), später als Schlachtflugzeug (Junkers-Fokker CL-I).

    In Großbritannien, Frankreich und Russland wurden während des Ersten Weltkriegs keine speziellen Schlachtfliegerverbände aufgestellt. Ihre Aufgabe übernahmen leichte Bomben sowie speziell ausgerüstete Jagdflugzeuge, wie die britische Bristol F 2 B "Fighter".


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