Seeschlacht bei den Falklandinseln

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    (8.12.1914)

    Nach dem überwältigenden Sieg gegen Cradocks Geschwader bei Coronel am 1.11.1914 kehrte Admiral von Spee kurz nach Valparaiso zurück, bevor er auf seinem Heimweg weiter nach Süden auf Kap Horn zufuhr. Sein Vorankommen wurde durch das schlechte Wetter und den Kohlemangel verlangsamt; dennoch beschloss Spee Anfang Dezember, Port Stanley auf den Falklandinseln anzugreifen. Er glaubte das britische Kommunikationszentrum und Kohlelager unverteidigt und wollte die Gelegenheit nutzen, die Telegrafenstation dort zu zerstören. Die Reaktion der Royal Navy auf das Desaster bei Coronel war eine Verstärkung der vorhandenen britischen Kriegsschiffe im Südatlantik durch zwei Schlachtkreuzer (Invincible und Inflexible) aus der Grand Fleet. Sie hatten England am 11.11. verlassen. Die gesamte Flotte wurde dem Kommando von Admiral Sturdee unterstellt und vor den Falklandinseln konzentriert, wo sie am 7.12. eintraf.


    Spee erreichte die Inselgruppe während der frühen Morgenstunden des folgenden Tags. Die Gneisenau und die Nürnberg - die Vorhut des Geschwaders - wurden zur Erkundung ausgesandt und trafen zu ihrer Überraschung auf die weit überlegene britische Streitkraft, die im Hafen von Port Stanley vor Anker lag. Spee steuerte in Höchstgeschwindigkeit Richtung Südosten; die britische Flotte folgte, sobald die Kohlebeladung erfolgt war. Die lange Jagd begann um 11 Uhr unter hervorragenden Wetterbedingungen. Als die Briten gegen 13 Uhr in Reichweite der Leipzig, des langsamsten deutschen Schiffs, gelangten, ordnete Spee das Ausbrechen der Leichten Kreuzer an.

    Die Schlachtkreuzer griffen nun die Hauptschiffe des Gegners an. Scharnhorst wurde um 16:15 Uhr versenkt, die Gneisenau rund zwei Stunden später. Die Leipzig wurde durch die Glasgow und Cornwall verfolgt und anschließend versenkt, während die Nürnberg durch die Kent zerstört wurde. Die Dresden konnte als einziges deutsches Kriegsschiff entkommen, sank aber drei Monate später nach einem kurzen Gefecht mit der Glasgow und Kent im Südpazifik. Die Deutschen, die mit großer Aufopferungsbereitschaft kämpften, verloren beinahe 2000 Mann, die Briten fast keine. Nach dem Gefecht vor den Falklandinseln befand sich die Hochsee wieder unter Kontrolle der britischen Marine.


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