Serbischer Feldzug

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Zu Kriegsbeginn 1914 hatten die Österreicher nur gegen Serbien mobil gemacht und drei Armeen - etwa ein Drittel ihrer Wehrmacht - eingesetzt. Sie überschritten mit der 5. und 6. Armee unter General Potiorek die Drina und drangen in das serbische Land ein. Aber durch Eintritt Russlands in den Krieg musste die 2. Armee sofort nach Norden zum Dnjestr abbefördert werden. Die äußerst tapfer kämpfenden Serben schlugen die österreichischen Angriffe ab; auch Belgrad, das am 2.12. erobert worden war, musste wieder aufgegeben werden.

    Erst nach dem Eintritt Bulgariens in den Krieg auf Seiten der Mittelmächte wurde Serbien erneut angegriffen. Unter Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Mackensen gingen Anfang Oktober 1915 die österreichische 3. Armee von der Suave her, die deutsche 11. Armee (Gallwitz) längs der Morawa, die bulgarische 1. Armee (Bojadjev) aus Nordwestbulgarien gegen Nisch vor, während die bulgarische 2. Armee (Todorov) die Operationen gegen Angriffe von Saloniki her deckte. Belgrad wurde am 8.10. erobert. Trotz tapferer Gegenwehr wurden die Serben überall zurückgeworfen und am 22. bis 25.11.1915 auf dem Amselfeld von den vereinigten drei Angriffsarmeen entscheidend geschlagen. Nur wenige Truppen konnten sich durch Albanien an die Küste retten.

    Durch den Serbischen Feldzug wurde die Verbindung zwischen Deutschland und Österreich mit Bulgarien und der Türkei hergestellt.


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    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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